Konzept KiGa

Morgenkreis

Der Morgenkreis bietet den Kindern im Tagesgeschehen Beständigkeit und ist somit wichtiger Bestandteil des Tages. Im Morgenkreis nehmen sich die Kinder gegenseitig wahr, die Sprache und die Sprechfreude werden gefördert durch das gemeinsame Erzählen, Singen, und Tanzen. Auf Wunsch werden Geburtstage gemeinsam gefeiert.

Die Fachkräfte bereiten sich im Vorfeld auf diesen vor und gehen individuell und flexibel auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder ein.

 

Angebotsorientierung und Freispiel 

In Anlehnung an das offene Konzept findet die Angebots- und Freispielphase parallel zueinander statt. Die Kinder entscheiden im Tagesgeschehen selbstbestimmt, ob sie die Funktionsräume für Freispiel nutzen oder die dort stattfindenden Angebote wahrnehmen.

Jeder Mensch entwickelt sich nach seinem eigenen Tempo und seinen eigenen Bedürfnissen.
Kinder werden in einer angebotsorientierten Atmosphäre dazu angeregt, ihren Interessen gemäß jedem Tag darüber zu entscheiden, welche Einladungen/ Angebote sie wahrnehmen möchten – oder nicht. Das schließt mit ein, dass die Kinder auch lernen, ihre spontanen Bedürfnisse manchmal zurück stellen zu müssen. Im Laufe der Kindergartenzeit wird damit die Selbstkompetenz der Kinder ausgebildet.

Die Tages- und Wochenstruktur bietet allen (Kindern, Eltern und Fachkräften) einen übersichtlichen Rahmen und damit Verhaltenssicherheit. Angebote tauchen wiederholt während der Kindergartenkarriere auf: Niemand verpasst irgendetwas.

Während der Angebote verlassen die Kinder ihre morgenkreisbezogenen Räume und lernen alle anderen Kinder in unterschiedlichen Zusammenhängen kennen. 

 

Haus der kleinen Forscher

In unserer Einrichtung legen wir Wert darauf, dass wir den Kindern die Möglichkeit bieten, ihre Umgebung zu erforschen und mit allen Sinnen wahrzunehmen. Für die kindliche Entwicklung ist der Bereich Natur und Lebenswelt von großer Bedeutung. Sie lernen durch das Experimentieren und die Beobachtung ihre Umwelt kennen und zu verstehen.

Kinder experimentieren mit ihrem Spielzeug und den Dingen in ihrer Umgebung noch bevor sie sprechen können. Durch das Experimentieren nehmen die Kinder ihre Umwelt wahr und stellen somit Alltagsfragen (z.B. warum leuchten die Sterne nur nachts). Solche Fragen zeugen von der natürlichen Wissbegierde der Kinder und sollen im Alltag aufgegriffen und besprochen werden. Dazu ist wichtig, dass es nicht immer notwendig ist, den Kindern genaue Erklärungen zu geben.

Den Kindern soll die Möglichkeit gegeben werden selbst Hypothesen aufzustellen und ihre eigene Meinung einzubringen. Dabei gibt es kein richtig oder falsch. Es soll nicht gewertet werden, was die Kinder sagen, sondern es ist von großer Bedeutung die Ansichten der Kinder anzunehmen und ihnen die Möglichkeit zu geben sich ohne Angst frei äußern zu können. Jedes Kind hat eine andere Wahrnehmung und Herangehensweise, wodurch sich andere Kinder und Erzieher mit den Kindern austauschen können.  Durch einen solchen Austausch werden die Kinder zum Nachdenken angeregt und können ihren eigenen Standpunkt zum Ausdruck bringen. Somit können sie ihre Ansichten überprüfen und gegebenfalls korrigieren. 

Das gilt sowohl für Mädchen als auch für Jungen. Wir bieten den Kindern in unserer eigens dafür eingerichteten Experimentierecke unterschiedliche Materialien an, damit sie sich ausprobieren können und Erfahrungen mit den unterschiedlichen Materialien sammeln können. In diesem Jahr hat sich unsere Einrichtung für die Plakette „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert.  Zwei Fachkräfte aus der Einrichtung bilden sich stetig bei Fortbildungen zu unterschiedlichen Themen weiter, was das Forschen mit Kindern betrifft.  Somit haben die Fachkräfte neue Anregungen, um gemeinsam mit den Kindern neue wissenschaftliche Ereignisse zu besprechen und die Ursachen zu erarbeiten. Die Kinder haben somit die Möglichkeit, neues Wissen zu erlangen und ihr neu erlerntes Wissen weiterzugeben.

Quellenangabe: Orientierungsplan für Bildung und Erziehung

 

Schulclub (Vorschularbeit ein Jahr vor dem Schuleintritt)

Der Schulclub wird zweimal wöchentlich von einer Fachkraft durchgeführt. Dieser findet immer 45 Minuten statt, damit die Kinder sich an die Zeit einer Schulstunde gewöhnen. Im Schulclub werden verschiedene Themen bearbeitet, damit die Kinder auf die Schule vorbereitet werden.

Themen im Schulclub sind z.B. Farben und Formen, mein Körper, Buchstaben und Zahlen, Schwungübungen, Reime, Zusammenhänge, Reihenfolgen, Mengenerfassung u.v.m. 

Wenn es um die sogenannte „Schulfähigkeit“ geht, sind folgende Entwicklungsbereiche wichtig: 

Kognition: Zahlenverständnis, simultanes Erfassen von Mengen, Konzentrations- und Merkfähigkeit, die Fähigkeit, sich Sachwissen anzueignen, das Verständnis für sachliche Zusammenhänge, Komplexe Aufgaben umsetzen, usw. 

Feinmotorik: Richtige Stifthaltung, die Fähigkeit, sich eigenständig an- und auszuziehen, das Vermögen, Buchstaben und Zahlen zu schreiben, Ausschneiden von verschiedenen Formen usw. 

Sozial- emotionaler Bereich: Frustrationstoleranz, die Fähigkeit zu planen und sich selbst zu organisieren, Regelverständnis, Empathie, Durchsetzungsvermögen, Selbstbewusstsein, Problemlösungskompetenz usw. 

Sprachentwicklung: Altersgerechter passiver und aktiver Wortschatz, die Fähigkeit, komplexe, grammatikalisch richtige Sätze zu bilden, Gehörtes und Gesehenes in eigenen Worten wiederzugeben usw.

 

 

Alltagsintegrierte Sprachförderung

Mit der gesetzlichen Verankerung der alltagsintegrierten Sprachbildung und Sprachförderung als Bildungsauftrag der Kindertageseinrichtungen (vgl. §§ 2 und 3 Abs. 1 und 2 KiTaG) ist jede Kita in Niedersachsen verpflichtet, die Sprachentwicklung jedes Kindes zu beobachten, zu dokumentieren und die „Kommunikation, Interaktion und die Entwicklung von Sprachkompetenz kontinuierlich und alltagsintegriert zu fördern“ (vgl. § 2 Abs. 2 Nr. 2 KiTaG).

Definition

Sprachförderung bedeutet, dass alle Kinder und Jugendlichen in ihrer sprachlichen Entwicklung gefördert werden. Ziel ist, dass die Kinder altersgerechte Kompetenzen im Hinblick auf ihre Sprachentwicklung erwerben, damit sie spätestens als Erwachsene ihre Muttersprache fließend in Wort und Schrift beherrschen. Dazu zählen ebenfalls die korrekte Lautbildung und Grammatik.

Im Kindergarten werden Vorschulkinder, die sprachauffällig sind oder einen Migrationshintergrund haben durch die alltagsintegrierte Sprachförderung unterstützt. Die Kinder der Krippe werden alle durch die alltagsintegrierte Sprachförderung unterstützt. Durch den Beobachtungsbogen „Sprachentwicklung von 1-6 Jahren“ von Kornelia Schlaaf-Kirschner und Uta Fege-Scholz werden alle Kinder der Kindertagesstätte beobachtet, dokumentiert und unterstützt. Der Beobachtungsbogen besteht aus acht Bereichen, die die Sprache umfassen und wird regelmäßig aktualisiert.

Ziele der Sprachförderung

Bei den Zielen der Sprachförderung geht es zunächst darum den Wortschatz der Kinder zu erweitern und die Freude am Sprechen zu vermitteln. Jüngere Kinder haben häufig Hemmungen, da sie noch Unsicherheiten aufweisen und sich demnach nicht trauen sich zu äußern. Die Sprachförderung setzt an diesem Punkt an. Der Wert von Sprache wird vermittelt und die Kinder werden durch geeignete Medien und Materialien zum Sprechen angeregt. Weitere Ziele sind die Verbesserung der Lautsprache, der Ausbau von grammatikalischen Fähigkeiten und die Vermittlung von Rhythmus und Taktgefühl und die damit verbundene Bedeutung von Sprechmelodie und Lautbildung. Zudem kommt die Optimierung des Sprachverständnisses. Dies bedeutet beispielsweise, dass die Kinder Gehörtes wiedergeben können oder Fragen zu Geschichten beantworten können.

Elternarbeit

Durch die Beobachtung der Kinder können Auffälligkeiten im Bereich der Sprache festgestellt werden. Daraufhin erfolgt der Austausch in einem Elterngespräch mit den Erziehungsberechtigten über die Zielsetzung der alltagsintegrierten Sprachförderung. Zudem werden Tür- und Angelgespräche und ein Abschlussgespräch geführt.

Therapeutische Förderung

Wir als pädagogische Fachkräfte suchen das Gespräch zu den Erziehungsberechtigten, wenn wir vermuten, dass die Fördermaßnahmen in der Kindertagesstätte alleine nicht ausreichen, um den Bedürfnissen des Kindes in Bezug auf seine Sprach- und Ausdrucksfähigkeit gerecht zu werden. Erzieher und Erzieherinnen sind keine Ärzte oder Therapeuten. Medizinische Diagnosen dürfen von ihnen nicht gestellt werden. Beispielsweise eine Sprachentwicklungsverzögerung kann nur ein Kinderarzt oder ein Logopäde feststellen.

Zertifizierung

Die Erzieherinnen sind Fachkräfte für alltagsintegrierte Sprachförderung. Jeweils eine Erzieherin ist für den Kindergarten und eine für die Krippe zuständig.

Finanzen

Die gesetzliche Regelung ermöglicht Kontinuität und Weiterentwicklung der Konzepte zur sprachlichen Bildung in Kindertageseinrichtungen und gewährleistet zukünftig einen verlässlichen finanziellen Rahmen für die Förderung von Fachberatung, Fortbildung und Qualifizierung zur Umsetzung alltagsintegrierter Sprachbildung und Sprachförderung. Die seit 2006 zur Verfügung stehenden Landesmittel im Umfang von 6 Mio. Euro jährlich und Mittel aus der Sprachförderung vor der Einschulung wurden zusammengefasst und als „Besondere Finanzhilfe für Sprachbildung und Sprachförderung“ in Höhe von insgesamt 32,545 Mio. Euro jährlich gesetzlich verankert (vgl. § 18 a KiTaG).

Spielzeug- (1. Freitag) und Büchertag (4. Freitag im Monat)

An festgelegten Terminen im Monat findet unser Bücher- und Spielzeugtag statt. Die Kinder dürfen ein Spielzeug oder ein Buch von zu Hause mitbringen. Dies stellen die Kinder im Morgenkreis den anderen Kindern vor und können dann zusammen im Freispiel damit spielen. Es dürfen nicht mitgebracht werden:

- Waffen

- Computer, Tablets, Handys o.ä. (das sind keine Spielzeuge)

- Kamera´s (aufgrund des Datenschutzes)

- Kuscheltiere

Außerdem können wir keine Garantie geben, dass die Spielzeuge vollständig und intakt zurück nach Hause kommen.


Kinderkonferenz (Angebote dazu am 2. und 3. Freitag im Monat) 

Einmal monatlich findet eine Kinderkonferenz der Kinder statt, in der sie, die Angebote für die Kiko-Tage planen. Anhand einer "Kiko" - Kinderkonferenz haben die Kinder die Möglichkeit, Vorschläge und Ideen einzubringen. Diese werden innerhalb der Gruppen demokratisch abgestimmt.
Dabei können sie sich darin üben, ihre Meinungen zu sagen und zu vertreten, den Tag zu planen, Erfolgserlebnisse zu verspüren, aber sie erkennen auch, dass man sich manchmal der Mehrheit unterordnen muss.

 

Partizipation im Kindergarten

In der Pädagogik versteht man unter dem Begriff der Partizipation die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in Entscheidungsprozesse.

Im Kinder- und Jugendhilfegesetz unter §8, Absatz 1 steht “Kinder und Jugendliche sind entsprechend ihrem Entwicklungsstand an allen sie betreffenden Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe zu beteiligen. … .”

Die UN-Kinderrechtskonvention hat die Partizipation als Grundrecht im Artikel 12 Absatz 1 folgendermaßen beschrieben: “Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.”

Artikel 13 besagt zudem, dass das Kind ein Recht auf freie Meinungsäußerung hat.

In unserer Kita ist uns die Beteiligung und Mitbestimmung der Kinder im Alltag sehr wichtig, denn sie sammeln hierbei erste Erfahrungen mit der Demokratie.
Wir ermöglichen es, sie in möglichst viele Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen, darunterfallen sowohl Entscheidungsprozesse die ihre Person betreffen, als auch das alltägliche Zusammenleben.

Die Kinder wirken entsprechend ihres Alters an der Gestaltung des Tagesablaufes mit.
Die Ideen/ Impulse der Kinder werden gehört, aufgenommen und gemeinsam diskutiert und beratschlagt. Sie lernen ihre eigenen Interessen zu vertreten, aber auch Kompromisse eingehen zu müssen.

Die Kinder haben bei uns die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wo sie sich im Kindergarten aufhalten, mit wem sie spielen und mit was sie sich beschäftigen wollen. Alle Räume und Materialien sind für die Kinder frei zugänglich.

Um eigenständig den Bewegungsraum oder den Bauwagen zu nutzen, müssen Absprachen mit den Erzieherinnen getroffen werden.

Regeln werden gemeinsam mit den Kindern erarbeitet und gegebenenfalls auch dokumentiert bzw. visualisiert. Dazu gehört auch, die Wichtigkeit ihrer Einhaltung zu besprechen und Konsequenzen bei Nichteinhaltung festzulegen.

Im Stuhlkreis werden den Kindern Angebote zu verschiedenen Lern- und Erfahrungsbereichen vorgestellt. Da die Angebote nur eine begrenzte Teilnehmerzahl pro Durchführung zulassen, ist es notwendig, dass die Kinder sich gegebenenfalls absprechen. Möglicherweise können sie ihr gewünschtes Angebot erst an einem anderen Tag besuchen. So lernen sie auch mit der Zurückstellung ihrer Wünsche zurechtzukommen.
Der Stuhlkreis bietet den Kindern ebenfalls die Möglichkeit ihre Spielideen und Liedwünsche mit einzubringen.

Partizipation bedeutet für uns im Kindergarten, dass die Kinder ihre Ideen und Wünsche frei äußern können. Wir begegnen ihnen dabei ehrlich, respektvoll, offen, nehmen sie ernst und bei Bedarf unterstützen wir sie. Wichtig ist uns, Rücksicht auf Ängste oder Unsicherheiten zu nehmen.

 

Wir streben durch unsere Arbeit an, 

  • das Selbstbewusstsein und die Selbstsicherheit der Kinder zu stärken.
  • den Kindern Möglichkeiten/ Räume zu bieten, ihre Ideen, Bedürfnisse und Wünsche frei zu äußern und die Meinungen der anderen Kinder zu tolerieren.
  • die Kinder kritikfähig zu machen.
  • den Kindern die Regeln der sozialen Interaktion zu vermitteln.
  • die Kinder in ihrer Eigenverantwortung, sowie in der Verantwortung gegenüber Anderen, der Gruppe und materiellen Dingen/ Räumen zu stärken.